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Astute 1:144 (Trumpeter Kit Nr.05909)

Die Astute verspricht ein leichtes Boot zu werden mit guten Fahreigenschaften, zumindest in der Hinsicht, was der Bausatz von Trumpeter erwarten lässt. Dieser ist sehr gut detailliert und verfügt über eine schnell baubare Grundlage. Die großen Ruder versprechen zudem einen relativ engen Wendekreis. Also, los gehts!

Zunächst habe ich auf Grundlage der Kilo-Klasse einen längeren 50mm Druckkörper entwickelt mit 500mm Länge. Dieser unterscheidet sich darin, dass ein Akkufach für einen 1500mAh 3S Lipo und ein langer Elektrikträger hinzukam. Bugsektion mit Pumpe und Heckbereich blieben gleichartig, ebenso die Verschlüsse.



Zunächst die ersten Frästeile für Druckkörper...


...Und Rumpfspanten.

Ich habe zunächst den Rumpf entlang einer Verstärkung auf der Innenseite getrennt. Zur genaueren Veranschaulichung hier ein genauer Seitenriss mit den Schnitten darin:








Die besagte Verstebung wurde im Nachgang entfernt, da sie stört beim Einsetzen des Bajonettverschlusses.




Als nächstes wurden sämtliche Haltenasen(-säulen...) ausgedremelt und die Rumpfspanten innen eingeklebt. der Bajonettspant ist aufgedoppelt.

Danach habe ich die Oberschale aufgesetzt und wieder mein Hilfsmittel Nummer1 verwendet (Maskierband).







Während dies aushärtete, widmente ich mich den Innereien. Diese habe ich ebenfalls zusammengesetzt und alles über Nacht aushärten lassen.




Auch der Bajonettverschluss hat seine Schraubenköpfe erhalten. Wer an dieser Stelle gewissenhaft arbeitet hat hinterher einen kaum sichtbaren Spalt, was der Ästhetik des Modells zu Gute kommt.




Apropos Ästhetik: Trumpeter hat die Vorderkanten des Pump-Jet-Antriebes leider nicht verrundet und die Hinterkante ist relativ dick. Es lohnt sich mit einem scharfen Messer die Kanten durch Abschaben zu brechen und zu verrunden. Am Ende etwas mit Sandpapier glätten UND die betreffenden Stellen mit Nitroverdünnung und Pinsel einmal einstreichen. Das eliminiert Fusseln vom Plastik und schafft eine absolut glatte Oberfläche. Wer keine Nitroverdünnung hat: Es eignet sich auch der Nagellackentferner mit Aceton der besseren Hälfte!




Die Hinterkante muss jedoch von innen mit einer Rundfeile oder Messer ausgedünnt werden, damit später der Impeller einschiebbar wird.




Wie man sieht, habe ich die Ruder ausgeschnitten und mit einem Kugelfräser (order Rosenbohrer) noch eine Hohlkehle in die Leitfläche eingefügt. Zwei 1mm Bohrungen an den Fortsätzen lagern später das Ruderblatt.
Die Hohlkehlen sind nicht zwingend nötig, tragen aber zu einem geringen Spaltmaß bei.




Wie man sieht, passt der Lipo-Akku saugend in den Elektrikspant. Nicht wundern, dass der Akkudie gelochten Flächen leicht spreizt: Als Feder wird so der Akku absolut fixiert. Dieses Fach ist so gestaltet, dass ein 1300mAh Akku mit einem digitalen Voltmeter genau passt, oder ein 1500mAh Akku allein saugend drin sitzt.
Der Druckkörper ist mittlerweile auch zusammengesetzt und muss nun mit der Elektrik ausgestattet werden.




Für die Elektrik kamen bei mir bewährte Komponenten zum Einsatz:
-Motorregler Thor 15Li
(Unterspannungswarnung bei Lipo-Akkus, damit genug Reststrom bleibt zum  
Zurückkehren, der Regler läuft an zweizelligen (2S, entspricht 7,4V) und dreizelligen(3S,entspricht 11,1V)Lipos)
-Pumpenregler Thor 14S
(belastbar bis 14Ampere, das "S" steht für selbstlernend, d.h. dass der Regler die Mittenstellung der Fernsteuerung selst erkennt auch wenn die Trimmschieber verstellt sind)
-Servo 3,7g, z.B. von Hobbyking, zwei Stück
-Akku 3S Lipo mit 1500mAh bei 20C von Turnigy
(ein 3zelliger Lipo(11,1V. Die 20C stehen dafür, dass man 1500mA x 20 maximal an Belastbarkeit abfordern kann, soll heißen, dass der Akku 30A abgeben kann) Lipos bieten den Vorteil bei kleinem Raum und leichtem Gewicht viel Kapazität zu liefern. Das Gerücht, dass diese Akkus unsicher seien, kann mittlerweile zu den Akten gelegt werden. Allerdings sollte ein Lipo NUR mit einem speziellen Ladegerät geladen werden(z.B. der IMAX B6 Charger).
Als Fernsteuerung fungiert eine Graupner MC 10 mit einem R700 Empfänger. 4 Kanäle werden bei einem U-Boot benötigt: 1x Gas, 1x Seitenruder, 1x Tiefenruder, 1x Tauchpumpe.

Die komplette Verkabelung wird allerdings in der Bauanleitung mit einem einfachen Schaltplan erklärt(siehe Bild).
 



Hier nochmal das Datenblatt der Schlauchpumpe:



Und hier die Pumpe in Natura:







Erst mit dieser von mir konstruierten Pumpe war es möglich, in einem 44mm messendem Druckkörperinnenradius
ein statisch tauchendes U-Bootmodell zu erstellen.

Weiter ging es mit der obligatorischen Wartungsklappe im Heck. Ein Spant dient als Rahmen für die Magnetverschlüsse und ein weiterer als Bajonettarretierung des Druckkörpers im Heck. Später wurde noch abgeändert auf nur 2 Punkte für die Magnete. Die Haftung war derart groß, dass man die Luke sonst nicht öffnen konnte.




Der Druckkörper-haltespant sitzt ebenfalls wieder an einer Verstärkung im Inneren an.


Die Antriebsschraube des Impellers wurde als RC-tauglich befunden. Folglich habe ich einen Adapter erstellt, der den Durchmesser der Schraube hin zur 3mm Antriebswelle vermittelt. Das Drehteil wurde danach in Kunststoff abgegossen und mit Welle/Schraube verklebt.




Für die Anlenkungen habe ich wiederum Teile aus Aluminium gefräst, die dann mit Sekundenkleber zusammengesetzt wurden. Wichtig ist der Trick, erst eine durchgehende Welle einzukleben und nach dem Aushärten dann das Mittelteil auszusägen. So sind beide Achsen die sich daraus ergeben zueinander fluchtend.




Für die Seitenruder bohrte ich oben und unten ein 3mm Loch und für die Tiefenruder jeweils 1mm Löcher.
Danach werden die Ruderblätter für das Tiefenruder aufgesteckt (ggf. mit Sekundenkleber auf der Welle gesichert. das untere Seitenruder wird hingegen NICHT verklebt. Wenn dieses mit einem 3mm Bohrer von Hand oder langsam laufendem Akkuschrauber aufgebohrt wird, drücken später die hohen Innenwände der Ruderfläche wie eine Feder gegen die Ruderachse. So kann man ganz ohne Werkezug später das Ruderblat entfernen und kann die Wartungsklappe abziehen, damit man an den Gestängen arbeiten kann. Sehr simpel, aber funktional. Und der Test hat gezeigt, dass sich während der Fahr dann nichts verdreht o.ä.



Der erste Test in der Badewanne hat gezeigt, dass die Astute vorbildgerecht aus dem Wasser kommt. Rund 150g Ballast im Kiel sind dazu ausreichend. Die Tauchzeit liegt bei 25 Sekunden. Nur sollte man im Bug eine entsprechend große Öffnung ausschneiden im Deck, damit beim Auftauchen das Modell schnell Luft unters Deck bekommt. Sonst dauert der Vorgang des Auf- und Abtauchens länger. Ich habe hierzu eine der kleinen eingravierten Einstiegsluken am Bug geöffnet.
Anschließend wurde das Modell zunächst schwarz grundiert.




Ich habe versucht das kubische Muster der Oberfläche mit den leicht variierenden Farbtönen, wie man sie auf dem Original findet, nachzustellen. Diese Prozedur erforderte viel Abklebearbeit und Airbrush-Akrobatik.







Ich hoffe, der Effekt kommt dem Original relativ nahe. Zumindest ist dies ein Look, den man nicht jeden Tag auf einer Modellbauveranstaltung antrifft. Als letztes kamen die Nassschiebebilder draufund Klarlack, um diese zu sichern.






Das schöne an der Astute ist, dass man ein rund 70cm langes Modell hat, welches voll funktionsfähig ist, wie die größeren Modelle. Ich nutze gern den Feierabend, indem ich das Radfahren mit dem Modellbau kombiniere. Die 10km zum Teich packe ich das U-Boot in ein sogenanntes Gliderpack. Dies ist eine Art Rucksack für Segelflugzeugmodelle. In die Tasche der Tragfläche passt der Rumpf super hinein. Und bei 1,2Kg Gesamtgewicht stört das Modell überhaupt nicht auf dem Rücken.




Das schöne an der Astute ist neben dem Immer-dabei-Modell-Charakter, dass die Fahreigenschaften traumhaft sind. Sie verfügt über einen noch engeren Wendekreis als die Kilo, hat jedoch längere Tauchzeiten. Mit dem 1500mAh Akkukann man stundenlang fahren. Unter Wasser ist sie maßstäblich schnell. Bei vollem Seitenruderausschlag bremst jedoch das Ruder die Geschwindigkeit aus. Aber wer fährt schon bei AK enge Kurven? Beachtlich ist allerdings die Eigenschaft, dass die Astute wie ein Trainingsflugzeug die Eigenschaft zeigt, bei gewissenhafter Austrimmung, sich unter Wasser stets neutral wieder auszugleichen. Das U-Boot überfordert den Steuermann zu keiner Minute, selbst bei AK. Ich habe zwar Platz im Druckkörper für weitere Elektrik gelassen. Diese einzubauen macht jedoch keinen Sinn, weswegen ich ganz ohne Lage- und Tiefenreglerfahre.
Abschließen kann ich sagen, dass Kilo und Astute Modelle sind, die man mal eben mitnehmen und fahren kann, ohne auf anspruchsvolles Fahren zu verzichten. Der gesamte Aufbau geschah am Tisch mit Methoden aus dem Plastikmodellbau. Nur das Löten der Kabel unterscheidet sich davon.