DIE PANZERWERKSTATT

Panzer IV


ich hab mal wieder eine kleine aufgabe für einen bekannten herren, für den ich einmal im jahr modelle baue und dafür mit lektüre versorgt werde. dieses mal ist es für micht etwas besonders:

ein heng long panzer IV! hatte ich noch nie! und was daran noch interessant ist: er soll quasi so verbleiben, wie er war. es war zwar schwer, der versuchung zu widerstehen gröbste fehler zu korrigieren, aber warum nicht!? lediglich schürzen sollten dran und zimmerit. sonst kennt man mich ja eher als detailverliebt. ich möchte aber anhand dieses modells mal mich daran versuchen, dass ein modell, das nicht unbedingt bis in das detail stimmig ist, durch eine gute lackierung trotzdem schön sein kann. das wollte ich schon immer mal herausfinden!! :ay

davon ab muss ich sagen, dass der panzer IV so, wie er nun da steht, doch irgentwie schön ist, allein durch die schürzen von tank modellbau und durch das zimmerit. es war echt ein genuss die frästeile zu verbauen :D

zum zimmerit: dieses hab ich mit miliput erstellt. erst mit genügend talkum alles schön dünn aufgetragen und geglättet. danach dann alles mit isopropanol eingestrichen, damit die oberfläche recht dünnflüssig wird ( so wie fliesenkleber) und mit einem selstgebauten spachtel die struktur erstellt. fertig! lackiert wird der panzer ganz klassisch auf wunsch im normandiestyle mit feinen rotbraunen und grünen streifen auf panzergelbem grund.

ich will das ganze auch mal wieder nutzen, um ein wenig mehr ins detail zu gehen, wie ich was lackiere. auf messen werde ich öfters dies bezüglich gefragt und sehe dies mal als anlass ein paar einfache trichs zu zeigen. ich hoffe, es besteht interesse ;) und ich kann ein wenig unterhalten :ay








so, dann wollen wir mal anfangen! zuerst habe ich den gesamten panzer mit nigrin haftgrund in schwarz aus dem obi lackiert. das hat diverse vorteile:

-man braucht im grunde den panzer nur noch aufzuhellen, die schatten sind schon da
-der lack kommt aus der dose, somit braucht man einmal weniger die airbrush sauber zu machen
-die oberflächenversieglung gibt einen schönen plastikähnlichen untergrund ab, saugfähige und proöse stellen wie spachtelstellen sind schön geschlossen
-eckt man mal später mit dem panzer an, dann klafft kein plastik heraus sondern die schwarze grundierung

als nächstes ging es dann so richtig mit der farbe los. für panzergelbe untergründe nutze ich revell beige 314. das scheint ein sehr heller ton zu sein, doch nach dem ersten washing passt das perfekt. diesen verdünne ich mit isopropanol aus der apotheke zu einer eher milchähnlichen konsistenz. dann beginne ich alle flächen mit aussparung der kanten und ecken zu lackieren. das ergebnis ist verheerend. aber keine sorge. das soll dazu dienen, erste schattierungen zu setzen. besonders stellen, wie unter den kettenschürzen, lasse ich aus, da dort der schatten am intensivsten ist.
ein trick dazu:
man stelle den panzer unter eine lampe und merke sich die schatten! dann weis man, wo welche schattierung hin muss.

-also zusammenfassend: mit dieser ersten lackierung setzt man schatten und die erste grundlage von dreck in ecken und vertiefungen(dazu später mehr)

ist dies erledigt, neble ich mit dem selben farbton über das fahrzeug, um die heftigen kontraste einzuebnen. hellere stellen bekommen mehr farbe, dunklere weniger, wodurch das schwarz mehr durchscheint (man braucht also nur einen farbton)





so sieht das ergebnis dieser prozedur dann aus!

als nächstes nehme ich noch revell lederbraun 84, schwarz 8 und verdünne es wieder zu einer wässrigen konsistenz. dann werden noch feine schatten und stellen, wo später dreck sitzen soll, schattiert. dazu gehe ich mit der airbrush ganz nah an die details ran. das ergebnis sieht dann folgendermaßen aus:



auf diese grundierung folgt dann der eigentliche tarn. dazu nutze ich:

-grün entsteht aus revell dunkelgrün matt 68 + seegrün mat 48
-braun entsteht aus revell lederbraun matt 84 + kaminrot matt 36

der eigentliche tarn ist bei jedem modell ja unterschiedlich. ich entschied mich für ein sehr dichtes muster aus feinen linien, wie es die 12. ss. div. in der normandie hatte. einzig zu erwähnen ist, dass ich versuchte, hier und da auch ein paar macken darzustellen, als ob man nur schnell und hastig die tarnung im felde aufgetragen hätte.




ist dies dann auch erledigt, kommt wieder die dunkle farbbrühe in die airbrush. damit werden wieder schatten betont und stellen, wo später verschmutzungen hingehören. dies wird wiederholt, um den effekt zu verstärken, der durch die tarnstreifen wieder gemindert wurde. besonders an den unteren kanten der schützen sieht man,was ich meine..