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Typ XXIII 1:35 (Bronco Kit Nr.CB35104)

Dieses Boot basierte auf der Überlegung, als Grundlage den Druckkörper der Seawolf zu nutzen.  Das spart mir Zeit bei der Entwicklung. Ich empfinde es dazu äußerst angenehm, wenn das Innenleben bereits fix und fertig läuft und ich mich auf andere Bereiche konzentrieren kann.

Für alle, die den Typ XXIII nicht so genau kennen. Der U-Boottyp XXIII geht auf zwei grundlegende Probleme zurück. Zum einen wollte man ein U-Boot für die Kriegsmarine erhalten, das per Bahn oder Autobahn transportabel ist. Damit wäre es möglich gewesen, U-Boote im Mittelmeer einzusetzen, ohne die Meerenge von Gibraltar passieren zu müssen. Diese wurde von den Engländern kontrolliert. Weiterhin hätte man im Schwarzen Meer operieren können, was mit den Typ II Booten bereits von Konstanza aus gelang.
Der andere Grundgedanke war es, die Vorteile des Typ XXI, der in der Entwicklung war, auf ein kleines Boot anzuwenden, um im küstennahen Bereich operieren zu können.
Die Vorteile des Typ XXIII lagen dann in Theorie und Praxis folgendermaßen:

- relativ hohe Unterwassergeschwindigkeit, um durchgehend Konvois zu verfolgen
- Schnorchel für andauernde Einsätze unter Wasser
- geringe Größe für Transport, was sich auch gegen Ortung durch elektrische Einrichtungen ebenfalls positiv
auswirkte
- durch vorgefertigte Komponenten schnell herzustellen
- extrem kurze Tauchzeiten, sehr manövrierfähig

Der Typ XXIII wurde schließlich noch im Krieg eingesetzt und dies gemessen an den Feindfahrten sehr erfolgreich. Das letzte im Krieg versenkte Schiff wurde von einem XXIII getroffen. Im Jahre 1956 wurden zwei Boote gehoben und bildeten die Grundlage der U-Bootfahrerei der Bundesmarine.
So viel kurz zur Geschichte des Typs.


Hier seht ihr die Bugsektion in Einzelteilen (aber noch in einer älteren Version, da ich doch noch ein paar Änderungen hinzugefügt hab). Die Teile hab ich aus Polystyrol gefräst.



So sieht der Geräteträger zusammengeklebt aus. Das geht wie im Standmodellbau auch sehr gut mit Revell Klebstoff. Unten wird der Akku sitzen und darüber das Ventil mit seinen Anschlüssen. Die Pumpe kommt an den Kopfspant dran geflanscht.



Analog geht es mit dem Technikträger für die Elektrik im Heck voran.

...und der Mechanikschlitten für Motor und Servos. Unten sieht man bereits den Bodenverschluss des Druckkörpers. Er wurde aus PUR-Harz gefräst und dann in eine Gussform überführt.

Hier sieht man die komplettierte Baugruppe des kleinen Mechanikschlittens mit Servos, Motor und Wellenkupplung. Diese wird in den kleinen Heckfortsatz eingeschoben. Zu sehen sind hier noch am Gestänge die alten Verdickungen am Servogestänge auf 3mm, da ich da noch nicht die Microstopfbuche entwickelt hatte.

Die Aufteilung des Hecks: Der Technikschlitten wird mit den Servos in das kleine Heckrohr eingeschoben und verschraubt. Danach führt man die Gewindestangen des Heckfortsatzes durch die 4mm Bohrungen des Adapterrings, welche bereits mit dem vorderen Technikgerüst verschraubt wurde. Die Gewindestangen des kurzen Technikgerüstes im Heck schauen dann durch den Ring hindurch und werden mit 4 Muttern gegen Heausrutschen gesichert. Damit der Tauchsack einen fertig definierten Bereich erhält, in dem er sich ausdehnen kann, wurde noch ein Spant hinzugefügt, der den Ballastbereich sauber einteilt:

Im Heck habe ich die Dichtungen eingesetzt. Es handelt sich wieder um die Stopfbuchsen aus eigener Fertigung mit geringem Querschnitt, die ich bereits bei der 212A nutze. Für den Wellendichtring habe ich mir ein Rohr abgedreht und die Dichtung eingepresst. So bleibt alles demontierbar.

Danach wurde nur noch alles auf die Gewindestangen aufgefädelt. Durch den bereits genannten Adapterring der Technikgerüste kann ich die Mechanik im Heck vom Rest trennen und daran arbeiten. Sonst müsst man ja alles andere erst wieder von den Gewindestangen entfernen. Dies ist komfortabel für Wartung oder Instandsetzung.

In der Mitte sieht man den separaten Raum für den Tauchsack mit vorgeschalteter Pumpe und Ventil. Darunter ist der Akku befestigt, den ich vorn durch den Deckel leicht wechseln kann. Er hat zusätzlich noch einen wasserdichten Schalter zum Ein- und Aus schalten. Weiter im Heck ist der Elektrikträger mit zwei Thorreglern und dem Empfänger. Im Rumpffortsatz sind dann die Mechanik. Der hintere Verschluss verfügt über Nasen für einen Bajonettverschluss. So kann man ganz leicht den Druckkörper ohne Werkzeug zwischen mehreren Modellen austauschen.

Für die Elektrik kamen bei mir bewährte Komponenten zum Einsatz:
-Motorregler Thor 15Li
(Unterspannungswarnung bei Lipo-Akkus, damit genug Reststrom bleibt zum  
Zurückkehren, der Regler läuft an zweizelligen (2S, entspricht 7,4V) und dreizelligen(3S,entspricht 11,1V)Lipos)
-Pumpenregler Thor 14S
(belastbar bis 14Ampere, das "S" steht für selbstlernend, d.h. dass der Regler die Mittenstellung der Fernsteuerung selst erkennt auch wenn die Trimmschieber verstellt sind)
-Servo 9g, z.B. Tg9Z von Hobbyking, zwei Stück
-Akku 3S Lipo mit 1500mAh bei 20C von Turnigy
(ein 3zelliger Lipo(11,1V. Die 20C stehen dafür, dass man 1500mA x 20 maximal an Belastbarkeit abfordern kann, soll heißen, dass der Akku 30A abgeben kann) Lipos bieten den Vorteil bei kleinem Raum und leichtem Gewicht viel Kapazität zu liefern. Das Gerücht, dass diese Akkus unsicher seien, kann mittlerweile zu den Akten gelegt werden. Allerdings sollte ein Lipo NUR mit einem speziellen Ladegerät geladen werden(z.B. der IMAX B6 Charger).
Als Fernsteuerung fungiert eine Graupner MC 10 mit einem R700 Empfänger. 4 Kanäle werden bei einem U-Boot benötigt: 1x Gas, 1x Seitenruder, 1x Tiefenruder, 1x Tauchpumpe.

Da das Magnetventil parallel zum Pumpenmotor angeschlossen ist, öffnet es sich, sobald man über den Pumpenregler die Pumpe betreibt automatisch. Dies funktioniert selbstverständlich in beide Richtungen. Das Magnetventil ist nötig, weil die Pumpe nicht selbstsperrend ist und der Tauchsack sich sonst wieder von allein entleeren würde. Die komplette Verkabelung wird allerdings in der Bauanleitung mit einem einfachen Schaltplan erklärt(siehe Bild).




Weiter geht es am Rumpfausbau:
Begonnen habe ich damit, aus dem Bausatzrumpf die Verstärkungswände zu entfernen. Das geht ganz einfach mit einem Bastelmesser.

Ich möchte den Druckkörper im Bug durch einen Spant lagern sowie an der Senkrechten Trennung, die ich mir direkt hinter dem Turm einsägte. Das beste Hilfsmittel für eine nahezu unsichtbare Rumpftrennung ist ein Sperrholzbrett, auf das grobes Schleifpapier geklebt wurde. Den Rumpf halte ich fest und kreise mit dem Brett dann über die Schnittkante. Das Resultat ist dann immer eine fast unsichtbare Trennung des Rumpfes.


Kontrolle auf der Glasplatte: Links fast fertig geschliffen und rechts noch unbearbeitet.
Dann habe ich den Rumpf mit dem vorderen Spant darin zusammengeklebt und mit Kreppband fixiert. Es galt anschließend den Rumpf im Bereich des Turmes auszuschneiden, damit die schnelle Entlüftung des Modells gewährleistet ist.

Als nächstes wird der Bajonettspant in das Außenschiff eingesetzt. Aus praktischen Gründen mache ich das erst, nachdem der Rumpf gesägt und geklebt wurde, damit man noch Möglichkeiten zum Ausrichten o.ä. hätte. Der Bajonettspant schließt keines Falls den Druckkörper, sondern verbindet Vorderschiff mit Heck. Da ich ja, wie eingangs erwähnt, den Druckkörper für Seawolf und XXIII nutzen möchte, wollte ich nicht, dass ein zerlegtes Modell im Schrank steht. Das Modell soll auch ohne Innenleben präsentiert werden können.

Zunächst habe ich den Spant zusammengeklebt und diese ominösen 4 Winkel eingesetzt. Sie werden nur gesteckt, nicht geklebt.

Die Winkel sind eine Art Ausrichthilfe, um den Spant exakt in einem definierten Abstand zur Trennung einzubauen. Nachdem er so positioniert wurde, brauche ich nur noch mit Revell Kanülenklebstoff einmal herumzuhuschen. Nach dem Aushärten ziehe ich die Winkel wieder heraus.

Der gegensinnige Spant des Rumpfverschlusses wird bündig mit der Trennstelle ins Heck eingesetzt, wodurch der Druckkörper fest eingeklemmt wird, sobald der Rumpf geschlossen wird. Im Heck selbst ist ein weiterer Bajonettverschluss mit drei Zapfen, der in einem Handgriff den Druckkörper mit dem Heck im Rumpf verbindet. Man hat also:
-einen Drehverschluss, der den Druckkörper mit dem Heck verbindet
-einen Verschluss, der den Rumpf verschließt

Der Turm wurde grob zusammengesetzt. Er verfügt im Inneren über eine eingezogene Decke, bei der ich 3mm große Entlüftungen hinzufügte.

Beim Deck mussten ebenfalls Entlüftungen gesetzt werden, damit sich die Luft nicht fängt. Beim XXIII gab es zwei verschiedene Decktypen. Eines mit Beplankungen und eines mit zwei Schienen. Letzteres fand ich zwar reizend, jedoch dachte ich mir, dass man unter den Stegen des Bausatzes super die Bohrungen verstecken kann. Somit habe ich beherzt einen Durchmesser von 6mm für den Bohrer . Damit der dann auch nicht verläuft ohne anzukörnen, habe ich mir gleich eine Bohrschablone gemacht, die das Leben einfach macht. Diese liegt den Ausbausätzen bei.

Im Heck des Rumpfes muss noch eine Wartungs-und Montageluke eingebracht werden. Zunächst habe ich die Schnittkante mit Tape (hab ich gesagt, dass ich es als Universellhilfsmittel sehe?) markiert und mit einem feinen Sägeblatt im Dremel einen Ausschnitt geschaffen. Und mit eingebautem Rahmen samt der Mimik für das Tiefenruder im Heck. Das vordere Ruder steuere ich nicht mit an, da es kaum Auswirkungen mit seinen kleinen Flächen zeigt. Den Schnitt an der Luke wollte ich so unauffällig wie möglich gestalten, folglich brachte ich die Installation an der Unterseite des Bootes an, schnitt entlang der Schweißnähte und fütterte den Spalt mit Polystyrol wieder auf. So ist alles nahezu unsichtbar.








Die Seitenruderanlenkung erstellte ich folgerndermaßen:

Dass der Anlenkungshebel herausschaut stellt einen Kompromiss dar, dem Einsteiger den Aufbau des Modells beim späteren Bausatz zu erleichtern. Die Profies werden hierzu weitere Lösungen finden(Riemenscheiben z.B.).
Sobald man die 3mm Bohrungen für die Achse gesetzt hat, muss diese nur noch eingeschoben werden. Die Klemmwirkung sorgt dafür, das alles demontierbar bleibt.
Antriebstechnisch dacht ich mir, dass die Schiffsschraube eine Basis wäre, aus der man etwas machen könnt. Deutsche U-Boote hatten zum Ende des Krieges meißt noch Stahlschrauben. So lag der Entschluss nahe, mir eine Schraube zu gießen. Als nächstes drehte ich mir noch ein Wellenlager, welches so dimensioniert ist, dass es leicht einzukleben ist in den Plastikrumpf und alle Kräfte kompensiert, die zu erwarten sind.








Nachdem das Modell dann fertig war, ging es zum Test an den Teich. Die Fahreigenschaften sind schön. Der Wendekreis ist recht echt und Tauchzeiten von 15 Sekunden ebenfalls gut. Das Modell lässt sich sogar so trimmen, dass es die Sehrohrtiefe hält. Beachtlich, oder besser atemberaubend ist das Wellenbild vom Boot bei AK!



 



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