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Atom-U-Boot Seawolf 1:144 (Trumpeter Kit Nr. 05904)

Die Seawolf stellt in ihrer Entwicklung ein Atom-U-Boot dar, welches die Jagd-U-Bootflotte der Amerikaner in das 21. Jahrhundert befördern sollte. Die rund 100m lange Zigarre mit Turm wurde allerdings derart teuer, dass nur drei Boote abliefen. Die nachfolgende Virginia-Klasse stellt eine Art ökonomische Überarbeitung der Seawolf dar, die dann tatsächlich produzierbar wurde. Die Seawolf existiert im Maßstab 1/144 von der Firma Trumpeter. Ein Modell, schnell zu bauen, rund 80cm lang und ziemlich passgenau-"Das ist was feines", dachte ich mir. Leider hat der Antrieb des Modells ein paar gröbere Fehler. Diese sind der damaligen Geheimhaltung geschuldet. Zumindest reime ich mir dies so zurecht, da bei U-Booten aus dem Antrieb verständlicher Weise stets ein Geheimnis gemacht wird. Allerdings behalte ich das Layout von Trumpeter bei, da ich den sog. Pump-Jet-Antrieb so leichter funktional und zugänglich behalten kann.
Für das Modell habe ich die Zielstellung, mir eine Art Traummodell zu schaffen, das leicht zu bauen ist und aus sehr handlich in der Handhabung/Wartung wird. Nur zu schnell kann man sich bei einem U-Boot etwas verbasteln. Zudem ist es das erste Modell, welches komplett mit der Unterstützung von CNC-Technik entsteht. Bisher habe ich ja alles von Hand geschnitzt. Dies ermöglicht mir manche Dinge durch Presspassungen zu verbinden oder sehr genaue Einbauten zu erzeugen. Jedoch ist dies alles nur so gut, wie man selbst messen kann. Folglich habe ich recht schnell gelernt, dass Präzision nicht durch das Fräsen kommt, sondern durch die Möglichkeit alles virtuell so lange zu drehen und zu wenden bis es perfekt passt. Mehr nicht.
Aber keine Sorge: ich werfe nicht einmal in diesem Bericht mit CAD-Bildern um mich, da ich es als Leser selbst etwas fade finde. Somit erwartet euch Polyschnitzerei vom Feinsten.

Hier seht ihr die Bugsektion in Einzelteilen (aber noch in einer älteren Version, da ich doch noch ein paar Änderungen hinzugefügt hab). Die Teile hab ich aus Polystyrol gefräst.



So sieht der Geräteträger zusammengeklebt aus. Das geht wie im Standmodellbau auch sehr gut mit Revell Klebstoff. Unten wird der Akku sitzen und darüber das Ventil mit seinen Anschlüssen. Die Pumpe kommt an den Kopfspant dran geflanscht.



Analog geht es mit dem Technikträger für die Elektrik im Heck voran.

...und der Mechanikschlitten für Motor und Servos. Unten sieht man bereits den Bodenverschluss des Druckkörpers. Er wurde aus PUR-Harz gefräst und dann in eine Gussform überführt.

Hier sieht man die komplettierte Baugruppe des kleinen Mechanikschlittens mit Servos, Motor und Wellenkupplung. Diese wird in den kleinen Heckfortsatz eingeschoben. Zu sehen sind hier noch am Gestänge die alten Verdickungen am Servogestänge auf 3mm, da ich da noch nicht die Microstopfbuche entwickelt hatte.

Die Aufteilung des Hecks: Der Technikschlitten wird mit den Servos in das kleine Heckrohr eingeschoben und verschraubt. Danach führt man die Gewindestangen des Heckfortsatzes durch die 4mm Bohrungen des Adapterrings, welche bereits mit dem vorderen Technikgerüst verschraubt wurde. Die Gewindestangen des kurzen Technikgerüstes im Heck schauen dann durch den Ring hindurch und werden mit 4 Muttern gegen Heausrutschen gesichert. Damit der Tauchsack einen fertig definierten Bereich erhält, in dem er sich ausdehnen kann, wurde noch ein Spant hinzugefügt, der den Ballastbereich sauber einteilt:

Im Heck habe ich die Dichtungen eingesetzt. Es handelt sich wieder um die Stopfbuchsen aus eigener Fertigung mit geringem Querschnitt, die ich bereits bei der 212A nutze. Für den Wellendichtring habe ich mir ein Rohr abgedreht und die Dichtung eingepresst. So bleibt alles demontierbar.

Danach wurde nur noch alles auf die Gewindestangen aufgefädelt. Durch den bereits genannten Adapterring der Technikgerüste kann ich die Mechanik im Heck vom Rest trennen und daran arbeiten. Sonst müsst man ja alles andere erst wieder von den Gewindestangen entfernen. Dies ist komfortabel für Wartung oder Instandsetzung.

In der Mitte sieht man den separaten Raum für den Tauchsack mit vorgeschalteter Pumpe und Ventil. Darunter ist der Akku befestigt, den ich vorn durch den Deckel leicht wechseln kann. Er hat zusätzlich noch einen wasserdichten Schalter zum Ein- und Aus schalten. Weiter im Heck ist der Elektrikträger mit zwei Thorreglern und dem Empfänger. Im Rumpffortsatz sind dann die Mechanik. Der hintere Verschluss verfügt über Nasen für einen Bajonettverschluss. So kann man ganz leicht den Druckkörper ohne Werkzeug zwischen mehreren Modellen austauschen.

Für die Elektrik kamen bei mir bewährte Komponenten zum Einsatz:
-Motorregler Thor 15Li
(Unterspannungswarnung bei Lipo-Akkus, damit genug Reststrom bleibt zum  
Zurückkehren, der Regler läuft an zweizelligen (2S, entspricht 7,4V) und dreizelligen(3S,entspricht 11,1V)Lipos)
-Pumpenregler Thor 14S
(belastbar bis 14Ampere, das "S" steht für selbstlernend, d.h. dass der Regler die Mittenstellung der Fernsteuerung selst erkennt auch wenn die Trimmschieber verstellt sind)
-Servo 9g, z.B. Tg9Z von Hobbyking, zwei Stück
-Akku 3S Lipo mit 1500mAh bei 20C von Turnigy
(ein 3zelliger Lipo(11,1V. Die 20C stehen dafür, dass man 1500mA x 20 maximal an Belastbarkeit abfordern kann, soll heißen, dass der Akku 30A abgeben kann) Lipos bieten den Vorteil bei kleinem Raum und leichtem Gewicht viel Kapazität zu liefern. Das Gerücht, dass diese Akkus unsicher seien, kann mittlerweile zu den Akten gelegt werden. Allerdings sollte ein Lipo NUR mit einem speziellen Ladegerät geladen werden(z.B. der IMAX B6 Charger).
Als Fernsteuerung fungiert eine Graupner MC 10 mit einem R700 Empfänger. 4 Kanäle werden bei einem U-Boot benötigt: 1x Gas, 1x Seitenruder, 1x Tiefenruder, 1x Tauchpumpe.

Da das Magnetventil parallel zum Pumpenmotor angeschlossen ist, öffnet es sich, sobald man über den Pumpenregler die Pumpe betreibt automatisch. Dies funktioniert selbstverständlich in beide Richtungen. Das Magnetventil ist nötig, weil die Pumpe nicht selbstsperrend ist und der Tauchsack sich sonst wieder von allein entleeren würde. Die komplette Verkabelung wird allerdings in der Bauanleitung mit einem einfachen Schaltplan erklärt(siehe Bild).




Die Seawolf hat an der Unterseite Flutschlitze. Sie dienen dazu, dass das Wasser schnell in die Tauchbunker dringen kann. Im Modell sind sie genauso wichtig. Diese müsste man aussägen, doch war ich derat faul, dass ich mir aus 0,5mm Poly die Teile so erstellte, dass man nur ein Viereck ausschneiden musste. Da die Bleche im Original ja nicht aus Panzerblchen bestehen, sollte das Material so dünn sein, dass man den Eindruck eines filigranen Gerüstes erhält. Zuletzt galt es dabei so zu bauen, das ich möglichst wenig spachteln und schleifen muss.


So habe ich mir zunächst das Bauteil auf dem Modell fixiert und dessen Grenzen angerissen.


Somit habe ich eine sehr genaue Kante zum Aussägen.


Naja, ein wenig feilen bleibt nicht aus...


Als nächstes nahm ich mir Kreppband (sehr unterschätztes Hilfsmittel) und fügte das Teil in den Rumpf ein. Dadurch liegt alles bündig dort, wo es hin soll.



Die Spanten habe ich bereits eingeklebt. Da gibt es nicht viel zu erzählen. Sie sind rund und halten später den Druckkörper. Da alles nun so drapiert ist, dass ich zufrieden war, habe ich mit Revell-Klebstoff eine Naht innen gezogen. Die Kapilarwirkung erledigt den Rest.


Und so sitzt alles, damit man nur noch leicht überschleifen muss. Ich arbeite in solchen Bereichen gern sauber. Das erspart viel Nacharbeit.


Zielstellung ist für die Wartungsöffnung möglichst unsichtbar eine Öffnung im Rumpf zu schaffen. Weiterhin sollte die Ruderanlage dadurch installtiert werden. Das hat ein wenig was vom Buddelschiffbau-zumindest stelle ich mir dies so vor.

Zunächst habe ich mir Rahmen erstellt, die später Magnete aufnehmen sollen. Wer will schon schrauben?
Der Gedanke dahinter ist der, die Teile einzukleben und den störenden Steg später zu entfernen.
So bleibt alles sauber ausgerichtet bis der Klebstoff sein Werk vollendet hat. Resultat ist dann eine
selbst haftende Wartungsklappe.

Auch hier ist Maskierband mein bester Freund.


Es folgt das senkrechte Durchsägen des Rumpfes. Das ist relativ leicht zu bewerkstelligen, sofern man eine Laubsäge mit feinem Blatt und...
...Maskierband (was auch sonst?) nutzt. Damit wird der Schnitt wieder markiert und entlang der Rumpf getrennt. Es sei noch erwähnt, dass der Bug dem Bausatz als Einzelteil beiliegt. Warum dies nicht ausnutzen? Also fertigte ich den Bug so, dass er abnehmbar bleint über einen Drehverschluss in den Spanten. Dadurch kann ich später ganz leicht das Modell ein- und ausschalten.

Das größte und so ziemlich letzte Problem an der Seawolf betrifft die Ansteuerung der Ruder. Genauer gesagt laufen die Achsen des Tiefen- und Seitenruders mit der Achse der Antriebswelle durch einen Punkt. Was tun? zwei getrennte Hebel, einen für jedes Ruderblatt, sind nicht möglich, da erschwerend hinzu kommt, dass die Ruder nur einen Lagerpunkt hätten, was nicht besonder stabil klingt bei den Ruderkräften an diesem Boot. Also wurde es ein wenig aufwändig, indem ich zwei Sichelhebel ineinanderlegte. So hat man eine Art Taumelscheibenaufhängung wodurch die Antriebsachse nicht mehr geschnitten wird. Damit alles weiterhin demontierbar bleibt, habe ich die Achsbohrungen 0,1mm im Radius kleiner gefräst. Dadurch muss ich die Ruderachsen nur einstecken. Die Presspassung hat sich bis jetzt ausgezahlt, da ich die Ruderanlage im Falle eines Falles ohne Werkzeug auseinander nehmen kann.



Die Schiffschraube der Seawolf ist wie eine Art Triebwerksfan eines Passagierjets dargestellt. Durch Wasser kann man sich damit leider nicht schrauben (Also eben keine Schiffschraube...). Und andererseits wird wohl dieses seltsame Plastikrad des Trumpeterbausatzes von den Kräften her nicht gegen den späteren Einsatz bewähren können. Folgende Lösung: Eine Messing-Sichelschraube wäre etwas Feines. Nur woher nehmen? Wie gewohnt aus Metall gießen geht leider auch nicht in diesem Falle...
Also habe ich mir die Sichelschraube flach am Computer nachgezeichnet und dann aus einem Messingblech ausgefräst. So hat man quasi eine Art Ätzteil, was die Verarbeitung angeht. Die Wellennabe wiederum entstand auf der Drehbank. Wenn man nun beides ineinander steckt und zusammenlötet bei kleiner Flamme, bekommt man eine Schiffsschraube, die rund läuft. Bei den zu erwartenden hohen Drehzahlen wollte ich dann keine zu große Propellersteigung. Diese bog ich mir dann auf die Bleche auf. Das geht zeimlich einfach, da die Steigung nicht so derb ausgeprägt ist, wie bei normalen Schrauben. Würde ich die Steigung zu groß wählen, würde das Propellermoment wachsen. Bei einem kreisrunden Rumpfquerschnitt bedeutet dies dann, dass sich das Modell entgegen dem Drehsinn des Propellers neigt-nicht schön!
Daher: eher hohe Umdrehung im maximalen Fall bei geringer Steigung (oder: Geschwindigkeit vor Schub), also genau umgekehrtes Prinzip gegenüber einem originalen U-Boot.




Der Turm ist abnehmbar und wird mit Magneten gehalten. So brauche ich auf Antennen oder Periskope keine Rücksicht zu nehmen beim Trausport.Der Turm ist abnehmbar und wird mit Magneten gehalten. So brauche ich auf Antennen oder Periskope keine Rücksicht zu nehmen beim Transport.


Die Seawolf hatte ihre erste Fahrt in der Öffentlichkeit auf der Modellbaumesse Erfurt. Ich durfte als Gastfahrer des Schiffsmodellbauvereins Tambach-Dietharz mal mitfahren. Für mich eine aufregende Sache, da ich sonst ohne Publikum unterwegs bin. Aber die Seawolf ließ mich nicht im stich. Einzig der Wendekreis reichte nur für Vollkreise im Becken, weswegen man dem Treiben über Wasser nur schwer ausweichen konnt. Aber man hat ja ein U Boot und so zog ich mich eine Etage tiefer zurück. Unter Wasser war ich allein unterwegs und konnte die dritte Dimension ausloten.







 


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